Was, wenn mir das Cover vom Designer nicht gefällt?

„Wir haben schlechte Erfahrungen mit einem Cover-Auftrag gehabt und sind deshalb etwas paranoid und wollen sicher gehen, dass der Designer / die Designerin auch wirklich Ideen hat und dieses Cover mit uns erstellen will. Bitte nimm unsere Frage deshalb ja nicht böse!“

So eine ähnliche E-Mail bekam ich von zwei AutorInnen die zusammen ein Buch schreiben und das ist eine nachvollziehbare Sorge vieler AutorInnen.

Du wünscht dir natürlich, dass dein Buch am Ende perfekt ist – so, dass Du stolz darauf sein kannst. Die Zusammenarbeit mit dem Designer soll gut und angenehm ablaufen und am Ende möchtest Du ein Cover in Händen halten, dass Du liebst.

Aber wie kannst Du sicherstellen, damit Du das Ergebnis erhältst, das Du dir wünschst?

Die gute Nachricht ist: Du hast es zum Großteil in der Hand. 🙂

Zuerst einmal sollten wir es gar nicht erst soweit kommen lassen, dass Unzufriedenheit entstehen kann. Deshalb brauchen wir den richtigen Designer und das richtige Briefing.

Trotzdem sehen wir uns natürlich in diesem Artikel auch an, was passiert wenn der Fall der Fälle eintritt und das Cover nicht den Erwartungen entspricht.

Der erste Eindruck

Wenn alles reibungslos klappen soll, suche natürlich zuerst nach einem Designer der dir zusagt.

Der Designer soll dir sympathisch sein und der Internetauftritt vertrauenswürdig. Stelle gerne mal einen ersten Kontakt auf Social Media her.

Kurzum schnupper mal rein, denn die richtige Chemie und Wellenlänge ist wichtiger als man denkt. Ich habe festgestellt: wenn man auf menschlicher Ebene gut miteinander kann, weil man sich sympathisch findet, läuft auch die Zusammenarbeit harmonisch und man versteht auch schneller was der andere meint, wenn man ähnlich tickt.

Das Portfolio

Wenn der erste Eindruck dir zusagt, schau dir bisherige Arbeiten oder Premades des Designers an, um seinen oder ihren Stil kennen zu lernen. Der Stil des Designers muss dir zusagen, sonst hat das alles erst gar keinen Sinn.

Wenn Kunden zu mir kommen, deren Projekte nicht zu mir passen oder die etwas benötigen, von dem ich persönlich denke, nicht der richtige Ansprechpartner dafür zu sein, lehne ich Aufträge sogar ab.

Besser ist aber, wenn Du im Voraus schon schaust, ob ein Stil und die Arbeit eines Designers zu deinem Buchprojekt passen.

Denn diesen Stil musst Du dir auch für dein Buch vorstellen können. Wenn Du von einem Designer etwas ganz anderes verlangst, als er sonst gestaltet (ich habe schon mehrmals Leute zB auf einen Illustrator verwiesen, da ich mit Stockfotos arbeite und ihre Vorstellungen deshalb, wenn überhaupt, nicht ideal umzusetzen wären), wird der Designer (wie ich) das Projekt meist von Anfang an gar nicht annehmen. Oder was schlimmer ist: wenn Du den Designer über deine Ideen und Vorstellungen vor Projektstart im Unklaren lässt, kann es passieren, dass Du am Ende dann nicht das gewünschte Ergebnis erhältst.

Deshalb wichtig, immer von Anfang an alles schildern.

Du willst Änderungen bei einem Premade? Sag das direkt bei der Anfrage.

Du hast spezielle Vorstellungen zu deinem Cover? Sag das direkt bei der Anfrage.

Du hast eine Deadline? Sag das direkt bei der Anfrage.

Du siehst, worauf ich hinaus will? 😉

Nur so kann man schon vorab sehen, ob alles passt, damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt, denn das ist für beide Seiten nicht schön.

Informiere dich auch vorab über den Preis. Es hat keinen Sinn, eine detaillierte Anfrage zu stellen, wenn dann die Preisvorstellungen zuweit außeinander liegen.

Zugegeben: nicht jeder Designer informiert vorab über Preise – ich jedoch schon und viele andere auch. Zumindest Richtpreise helfen einschätzen zu können wo man preislich liegt.

Anfrage und Angebot

Wichtig bei deiner Anfrage sowie der gesamten Zusammenarbeit: nimm die Sache ernst.

Nimm dir die benötigte Zeit anstatt es nebenbei zu machen, denn alles was Du vergisst, kann später weitere Kosten verursachen, wenn sich dadurch der Zeit- oder Arbeitsaufwand für den Designer erhöht.

Das kannst Du vermeiden, in dem Du dem ganzen von Anfang an genug Aufmerksamkeit widmest.

Sei also gleich schon zu Beginn bei deiner Anfrage präzise. Kleinere Fragen über Social Media sind okay, aber eine richtige Anfrage wird bei mir zwecks der Übersicht per Kontaktformular gestellt und danach geht es weiter per Mail.

Schau auf die Website des Designers wie Du ihn am besten kontaktieren kannst.

Du musst keinen Roman verfassen, aber stelle sicher, dass deine Anfrage die wichtigsten Punkte enthält:

Was Du benötigst: zum Beispiel ein eBook- und Printcover sowie ein Lesezeichen.

Worum es bei dem Projekt geht: zB Du möchtest deinen Fantasy-Roman gestalten lassen in dem es um XY geht und Du stellst dir das Cover ca. so und so vor. Das muss kein Aufsatz werden, sondern ist nur eine kleine Zusammenfassung, damit der Designer einordnen kann, worum es geht und wie er das Angebot gestalten soll.

Bis wann Du die Dateien benötigst: Falls Du eine Deadline hast, gib diese am besten gleich bekannt. Du musst immer damit rechnen, dass es mehrere Wochen oder auch Monate dauern kann, bis es überhaupt möglich ist, mit deinem Auftrag zu beginnen. Also melde dich schon immer zeitgerecht.

Stell bei Bedarf Fragen oder gib weitere Infos bekannt, die für dich oder den Designer wichtig sein könnten.

Wenn der Designer noch Rückfragen hat, gibt er dir Bescheid. In der Regel erhältst Du entweder gleich ein Briefing und dann erst das Preisangebot oder bei Pauschalpreisen gleich das Preisangebot.

Die Preise und Zahlungskonditionen und auch was im Preis alles an Service enthalten ist, ist von Designer zu Designer unterschiedlich. Deshalb lies das Angebot aufmerksam durch und stelle bei Bedarf Fragen.

Kleiner Tipp: Auch wenn Du ein Angebot einmal nicht annimmst, egal aus welchem Grund – der Designer freut sich immer, wenn Du ihm zumindest Bescheid gibst, damit er weiß, dass das Angebot vom Tisch ist.

Ein Profi wird dich nicht bedrängen oder überreden ihn doch zu buchen, also gibt es keinen Grund Angst vor der Absage zu haben.

Ich frage auch nie nach, warum ein Angebot abgelehnt wird – was ehrlich gesagt, sogar recht selten vorkommt.

Wenn mir jemand den Grund sagt, warum abgelehnt wird, gut – wenn nicht, interessiert mich das ehrlich gesagt auch gar nicht so wirklich. 😀

Denn es ist okay, man soll eben nur zeitgerecht Bescheid geben und gut ist.

Ich nehme mittlerweile Anfragen nur mehr über mein Kontaktformular entgegegen, weil ich hier schon vorab alle Fragen stelle, die für mich für das Angebot wichtig sind. So geht alles schneller und einfacher. 🙂

Das Briefing

Jeder professionelle Designer nimmt in der einen oder anderen Form ein Briefing vor. Entweder bereits vor dem Angebot oder danach.

Das Briefing ist essentiell, damit Du am Ende ein Cover in Händen hältst, über das Du dich freust. Deshalb stecke auch genug Mühe beim Ausfüllen hinein und fülle es wirklich absolut sorgfältig aus.

Beim Briefing fragt der Designer für ihn wichtige Fragen. In der Regel sind dies Fragen zum Buch und zu deinen Gestaltungswünschen sowie technische Fragen wie zB die Buchmaße.

Dadurch kann sich der Designer einen Eindruck schaffen und verstehen, welche Wünsche Du zum Cover hast und auch was für eine Gestaltung zu deiner Geschichte, deinem Genre und zu deiner Zielgruppe passt.

Wenn Du den Designer nicht richtig briefst, weiß er nicht was Du willst und brauchst und dann läufst Du Gefahr, dass Du nicht das bekommst, was Du dir erhoffst.

Der Designer kann nur mit den Informationen arbeiten, die Du ihm gibst, also gib ihm alles was Du an wichtigen Infos hast und beantworte alle Fragen so gut wie möglich, damit der Designer deine Vorstellungen auch versteht.

Und mit Worten Bilder malen, ist als AutorIn ja schließlich genau das was Du gut kannst. 🙂

Der Entwurf

Auf dein Briefing hin arbeitet der Designer einen Entwurf aus. Hier hast Du in der Regel nun die Chance Änderungswünsche bekannt zu geben.

Wichtig dabei: sei ehrlich, aber freundlich. So viel Herzblut wie Du in deine Geschichte steckst, steckt der Designer in das Cover. Es ist okay, wenn nicht gleich alles perfekt ist, aber der Ton macht die Musik. Traue dich ruhig Änderungswünsche bekannt zu geben, aber wie gesagt immer freundlich oder zumindest sachlich bleiben.

Formuliere Änderungswünsche immer so genau wie möglich – sei sorgfältig, genau wie beim Briefing. Der Designer muss anhand deiner Beschreibung verstehen können was Du meinst, denn er kann nicht in deinen Kopf sehen.

Gib auch alle deine Änderungswünsche auf einmal bekannt und nicht nacheinander. Äußere nicht eine Korrektur und dann wenn sie erledigt ist, eine zweite und dann wenn diese erledigt ist eine dritte. Nein, nenne alle drei bitte gleich von Anfang an. Das spart Zeit und  eventuell auch Geld.

Wenn jedoch eine Korrektur beim zweiten Mal immer noch nicht passt, ist das etwas anderes. Versuche dann mit dem Designer zu sprechen, wo hier eventuell Missverständnisse in der Kommunikation vorliegen.

Bei meinen Covern ist es in der Regel so, dass durch das Briefing der erste Entwurf schon sitzt oder nur mehr Kleinigkeiten geändert werden müssen.

Dass der komplette Entwurf nicht passt, hatte ich bisher wirklich selten und dann gehe ich nochmal ins Gespräch. Hier klären wir dann nochmal genau die Vorstellungen. Wenn ich etwas gar nicht greifen kann, bitte ich um Referenzbilder um auch sehen zu können, was der andere mir sagen will.

Das sind aber Einzelfälle. In der Regel kommt es erst gar nicht so weit und bisher habe ich auch das mit meinen KundInnen hinbekommen und jeder hat bisher noch das Cover erhalten, dass er bzw. sie sich gewünscht hat. 🙂

Das fertige Design

Nachdem der Entwurf angepasst und Du zufrieden bist, arbeitet der Designer noch die  letzten Details aus und macht deine Cover-Datei fertig.

Das gleiche Prozedere gilt natürlich auch für Werbemittel und Co.

Sobald die Dateien final sind und hinsichtlich Zahlung alles geklärt ist, erhältst Du die fertigen Dateien zur Verwendung.

Ganz wichtig: Du darfst die Dateien nur für jene Zwecke verwenden, die Du auch mit dem Designer vereinbart hast. Wenn Du sie darüber hinaus für etwas verwenden möchtest, frage zuerst bei deinem Designer nach, ob das in Ordnung ist.

Ich bitte am Ende eines jeden Projektes immer auch um ein kleines Feedback zur Zusammenarbeit. Das ist für mich sehr wichtig und ich freue mich immer, wenn ich eine Rückmeldung bekomme. 🙂

Fazit

Sorge für eine gute und freundliche Kommunikation.

Suche dir einen Designer der dir sympathisch ist und dessen Stil zu dir und deinem Buch passt.

Nimm die Anfrage und das Briefing ernst und sei sorgfältig dabei.

Wirf auch bei Änderungswünschen einen genauen Blick auf die Sache. Nimm dir ruhig einen Tag länger zum Überlegen Zeit, bevor Du alles stückchenweise weitergibst.

Und zu guter Letzt: umso schneller Du auf E-Mails von deinem Cover-Designer reagierst, umso schneller kann er weiterarbeiten und umso schneller kommst Du an dein Cover.

Du musst nicht immer sofort antworten, aber innerhalb einer moderaten Zeit von ein paar wenigen Tagen zumindest ein Lebenszeichen geben. 😉

Wenn Du dich an diese Tipps hältst, hast Du die besten Chancen auf eine gute Zusammenarbeit und ein Cover das Du lieben wirst. 🙂

Oh und wenn Du wissen willst, was aus den beiden AutorInnen vom Anfang wurde: sie haben gebucht und der Entwurf zu ihrem ersten Band ist bereits abgesegnet und sie sind happy. 🙂

Also Ende gut alles gut. 🙂

Wenn auch Du dein Cover bei mir buchen möchtest, dann stelle gleich eine Anfrage – Du weißt ja jetzt wie. 🙂

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